Offener Brief (pdf)

Am 29. und 30. April 2013 soll an der TU Dresden die bonding-Firmenkontaktmesse stattfinden. Die Initiative „ban bonding“ spricht sich gegen diese Veranstaltung aus, die offensiv für Krieg und Militarismus wirbt. In den vergangenen Jahren ist immer wieder die Teilnahme großer Rüstungsunternehmen an der Messe durch Studierende kritisiert worden. Die bonding Studenteninitiative e.V. hat daraus keine Konsequenzen gezogen und auch 2013 wieder Rüstungsunternehmen und sogar die Bundeswehr eingeladen. Aus diesem Grund setzt sich die Initiative „ban bonding“ dieses Jahr dafür ein, dass diese Messe nicht stattfindet.

Die Ausbildung von Fachkräften für die Rüstungsindustrie kann nicht mit den gesellschaftlichen Aufgaben der Universität vereinbart werden. Für die Initiative „ban bonding“ ist es Aufgabe der Universität den gesellschaftlichen Fortschritt materiell durch die Steigerung der gesellschaftlichen Produktivität und ideell durch die kritische Reflexion gesellschaftlicher Prozesse und das theoretische Überschreiten der derzeitigen gesellschaftlichen Zustände zu fördern. Die Rüstungsindustrie ist kein produktiver Teil der Gesellschaft, ihre Produkte sind nur auf die Zerstörung menschlicher Errungenschaften und Werke gerichtet, ihre Kosten werden sozialisiert. Es widerspricht auch unseren individuellen Überzeugungen, die Produktion von Waffen hinzunehmen und zu unterstützen, die letzten Endes dazu dienen Menschen zu töten. Wir sind überzeugt, dass die amoralische Vorstellung der „reinen Wissenschaft“, die nur Selbstzweck ist und sich nicht um die Anwendung ihrer Ergebnisse kümmert, weder das richtige, noch das vorherrschende Verständnis von Wissenschaft ist und dass viele Mitglieder der Dresdner Hochschulen moralische Integrität beweisen und die Initiative „ban bonding“ unterstützen werden.

Wir rufen daher alle Menschen auf, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, darauf hinzuwirken, dass die bonding-Firmenkontaktmesse dieses Jahr nicht stattfindet. Eine besondere Verantwortung kommt dabei den Menschen zu, die aufgrund ihrer Position tatsächlich in der Lage sind die Rüstungs- und Kriegswerbung der bonding Studenteninitiative e.V. effektiv zu behindern. In erster Linie möchten wir die Rektoren der HTW Prof. Stenzel und der TU Prof. Müller-Steinhagen dazu auffordern von ihren Handlungsspielräumen Gebrauch zu machen. Beide unterstützen die bonding-Firmenkontaktmesse mit wohlwollenden Grußworten und spenden der Studenteninitiative bonding e.V so den Schein von Legitimität. Wir fordern Prof. Stenzel und Prof. Müller-Steinhagen dazu auf ihre Unterstützung für die bonding-Firmenkontaktmesse zurück zu ziehen. Außerdem rufen wir die studentischen Vertreter, die Institute, administrative Einheiten und andere Organe der Dresdner Hochschulen auf diesen offenen Brief zu unterstützen. Nicht zuletzt bitten wir auch jeden Einzelnen unseren offenen Brief zu unterstützen, denn gerade der individuelle Widerspruch gegen die Militarisierung der Universität hat für uns besonderes Gewicht.

Initiative „ban bonding“